Chinesische Kampfkünste
Kung Fu, Tai Chi, Wushu — Tausende Jahre Tradition aus dem Reich der Mitte.
21 Artikel
China ·Frühes 19. Jahrhundert
Baguazhang — Die acht Trigramm-Handflächen
Baguazhang ist die kreisförmige interne chinesische Kampfkunst — gegründet von Dong Haichuan, aufgebaut auf acht Trigrammen und dem kontinuierlichen Gehen um einen Kreis.
China ·16.–18. Jahrhundert
Bajiquan — Die acht Extremitäten des explosiven Kampfes
Bajiquan ist eine chinesische Kampfkunst aus Hebei, bekannt für explosive Ellenbogen- und Schultertechniken im Nahkampf — jahrhundertelang der Stil kaiserlicher Leibwächter.
China (Huizhou, Guangdong) ·In heutiger Gestalt ab dem frühen 20. Jahrhundert
Bak Mei — der Stil, der nach dem Verräter benannt ist
Bak Mei trägt den Namen des Mönchs, der in der Legende Shaolin verriet. Belegbar ist der Stil ab einem Mann: Cheung Lai Chuen (1882–1964).
China ·Traditionelle Stile seit der Ming-/Qing-Zeit; Wettkampfform ab 1958/1960
Changquan — die lange Faust und der Wettkampfstil, der ihren Namen trägt
Changquan bezeichnet zwei verschiedene Dinge: eine nordchinesische Stilfamilie und einen ab 1960 staatlich normierten Wettkampfstil. Das wird ständig verwechselt.
China ·als Begriff spätestens Ming-Zeit; frühe Belege deutlich älter
Chin Na — Greifen und Kontrollieren
Chin Na ist keine eigene Kampfkunst, sondern eine Technikkategorie — das Greifen, Hebeln und Kontrollieren, das in nahezu jedem chinesischen System steckt.
China (Guangdong) ·1836
Choy Li Fut — Die weite Faust des Südens
Choy Li Fut verbindet südchinesische Armtechnik mit nördlicher Beinarbeit — 1836 von Chan Heung gegründet und benannt nach seinen drei Lehrern.
China (Provinz Fujian, besonders Fuzhou und Yongchun) ·Stilfamilie der Qing-Zeit; der Übertragungsweg nach Okinawa ist ab dem 19. Jh. namentlich belegt
Fujian-Kung-Fu — keine Kunst, sondern eine Hafenprovinz
Kein Stil, sondern eine Küstenprovinz mit einer Stilfamilie. Zwei Artikel dieses Bestands führen sie als Elternkunst — hier steht, was das heißt.
China (Guangdong) ·18. Jh. (legendär); fassbare Überlieferung ab dem 19. Jh.
Hung Gar — Tiger und Kranich
Hung Gar ist der bekannteste südchinesische Faustkampfstil — tiefe Stände, harte Brückenarbeit und die Verbindung von Tiger und Kranich.
China ·Vor 2000 Jahren (historisch), 5. Jh. n. Chr. (Shaolin)
Kung Fu und Wushu — Die Kampfkünste Chinas
Kung Fu ist der Sammelbegriff für über 400 chinesische Kampfkünste — von Shaolin über Wing Chun bis Tai Chi, geeint durch Qi, daoistische Philosophie und harte Übung.
China ·Zuschreibung in die Song-Zeit; öffentlicher Unterricht ab den späten 1920er Jahren
Liuhebafa — der vierte innere Stil und sein Wasserbild
Liuhebafa gilt als vierter innerer Stil und heißt auch Wasserboxen. Belegbar ist es ab Wu Yihui, der es in den 1930er Jahren öffentlich unterrichtete.
China (südlich des Jangtse) ·Traditionelle Stile seit der Qing-Zeit; Wettkampfform ab 1960
Nanquan — die südliche Faust und was an „Südfaust, Nordbein" dran ist
Nanquan meint eine südchinesische Stilfamilie und einen Wettkampfstil von 1960. Dazu der bekannteste Merksatz des Kung Fu — und was er wirklich taugt.
China ·Übungen ab dem 2. Jh. v. Chr. belegt; Begriff ab den 1950er Jahren
Qigong — alte Übungen unter einem Namen von 1950
Die Übungen sind zweitausend Jahre alt und mit einem Seidenbild von 168 v. Chr. belegt. Der Name ist von 1950 und wurde für die Verwaltung gemacht.
China (Songshan, Provinz Henan) ·Kloster ab 495; Kampfkunstbelege ab dem 16. Jahrhundert
Shaolin Kung Fu — belegt ist der Stock, nicht die leere Hand
Das älteste echte Shaolin-Handbuch von 1610 behandelt den Stock. Das Boxen kam später — und zwar ausdrücklich nach dem Vorbild des Stocks.
China ·Vorformen (Jiao Di) in der Antike; moderne Form ab 1928
Shuai Jiao — Chinesisches Ringen
Shuai Jiao ist die chinesische Ringtradition — Würfe aus dem Jackengriff, im Stand entschieden, und eine der vier Grundkategorien der chinesischen Kampfkunst.
China ·17. Jahrhundert (Chen-Village, Henan), Blüte 19. Jahrhundert
Taijiquan — Der Große Pol als Kampfprinzip
Taijiquan ist die weiche, fließende interne chinesische Kampfkunst — weltbekannt als Tai Chi, gegründet in Chen Village, tief in Taoismus und traditioneller Medizin verwurzelt.
China ·Späte Ming- / frühe Qing-Dynastie (17. Jahrhundert), Shandong
Tanglangquan — Der Stil der Gottesanbeterin
Tanglangquan ist der nordchinesische Gottesanbeterin-Stil — geboren aus der Beobachtung eines Insekts, aufgebaut auf blitzschnellen Fanghaken-Techniken und Affen-Fußarbeit.
China ·Qing-Dynastie (18. Jh.), Guangdong-Provinz; moderne Verbreitung ab 1949
Wing Chun — Die Kampfkunst der geraden Linie
Wing Chun ist die südchinesische Kampfkunst der direkten Linie — von einer Nonne für eine Frau entwickelt, von Ip Man zur Weltgeltung geführt, von Bruce Lee unsterblich gemacht.
China (Wudang-Gebirge, Provinz Hubei) ·Daoistisches Zentrum seit dem Mittelalter; Kampfkunstzuschreibung ab 1669
Wudang — ein Gebirge, eine Kategorie und ein Text von 1669
Wudang ist kein Stil, sondern ein Gebirge und eine Kategorie. Die Trennung in innere und äußere Kampfkunst lässt sich auf ein Jahr datieren: 1669.
China ·Späte Ming / frühe Qing-Dynastie (17. Jahrhundert)
Xingyiquan — Form und Intention als Kampfprinzip
Xingyiquan ist die älteste der drei internen chinesischen Kampfkünste — aufgebaut auf fünf Elementen und zwölf Tierstilen, direkt und explosiv trotz innerer Basis.
China ·Legendärer Ursprung: Song-Dynastie; historisch dokumentiert: Qing-Dynastie (19. Jh.)
Ying Zhao Quan — Die Faust des Adlerklauenstils
Ying Zhao Quan ist der chinesische Adlerklauen-Stil — berühmt für seine 108 Grifftechniken, präzisen Druckpunktangriffe und das System des Chin Na (Kontrollgrappling).
China ·Ming-Dynastie (1368–1644) erste literarische Erwähnung; Ursprünge möglicherweise älter
Zui Quan — Die Faust der Betrunkenen
Zui Quan ist der taumelnde, unberechenbare Stil der Betrunkenen Faust — einer der ältesten chinesischen Kampfstile, inspiriert von den Acht Unsterblichen des Taoismus.