Die Enzyklopädie der Kampfkünste
百者
Hyakusha
Ursprünge, Philosophie, Verbindungen und Meister aus allen Traditionen der Welt — von Judo bis Silat, von Zen bis Bushido.
100 Artikel in 9 Kategorien
Japanische Kampfkünste
Judo, Karate, Aikido, Kendo und die Wege des japanischen Budo.
Japan ·1920er–1942 (offizieller Name)
Aikido — Der Weg der harmonischen Energie
Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die auf Harmonie statt Gegenkraft setzt — gegründet von Morihei Ueshiba als Synthese aus Daito-ryu, Zen und Omoto-kyo.
Japan ·Legendär: Heian-Zeit (11. Jh.); historisch systematisiert: spätes 19. / frühes 20. Jh.
Daito-ryu Aiki-Jujutsu — Die Quelle des Aikido
Daito-ryu Aiki-Jujutsu ist die Mutter des Aikido — die geheime Kampfkunst des Takeda-Klans, die Morihei Ueshiba transformierte und Choi Yong-sul zum Hapkido führte.
Japan (Okinawa als Ursprung) ·Okinawa: spätes 19. Jh.; Name 1930 vergeben; Japan: 1933 als Budō anerkannt
Goju-ryu — Hart und Weich als Einheit
Goju-ryu ist der älteste und einzige offiziell als Budō anerkannte Karate-Stil Japans — gegründet von Chojun Miyagi, basierend auf dem Prinzip, dass Härte und Weichheit untrennbar sind.
Japan ·1882
Judo — Der sanfte Weg
Judo ist die Kampfkunst des sanften Weges — 1882 von Jigoro Kano gegründet, olympische Disziplin seit 1964 mit dem Fokus auf Wurftechniken und Bodenkontrolle.
Japan ·Nara-Zeit (710–794) erste Formen; Sengoku-Zeit (1467–1603) Systematisierung
Jujutsu — Die ursprüngliche Kampfkunst der Samurai
Jujutsu ist das ursprüngliche waffenlose Kampfsystem der japanischen Samurai — Vorfahr von Judo, Aikido und Brasilianischem Jiu-Jitsu, basierend auf dem Prinzip des Nachgebens.
Japan ·Kamakura-Zeit (1185–1333), Blüte im Sengoku-Zeitalter (1467–1603)
Kenjutsu — Die klassische Schwertkampfkunst der Samurai
Kenjutsu ist die klassische japanische Schwertkampfkunst der Samurai — entstanden in der Kamakura-Zeit, perfektioniert im Sengoku-Zeitalter, heute in über 500 Schulen bewahrt.
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Koreanische Kampfkünste
Taekwondo, Hapkido, Ssireum — Traditionen der koreanischen Halbinsel.
Korea ·1948 (Choi Yong-sul kehrt nach Korea zurück)
Hapkido — Der koreanische Weg der harmonischen Kraft
Hapkido ist Koreas Kunst der harmonischen Kraft — ein vollständiges Kampfsystem aus Gelenkhebeln, Würfen und Tritttechniken, verwurzelt in der japanischen Daito-ryu-Tradition.
Korea ·1958 (Gründung); koreanische Wurzeln: Jahrhunderte alt
Kuk Sool Won — Koreas vollständigstes Kampfkunstsystem
Kuk Sool Won ist das vollständigste koreanische Kampfkunstsystem — 1958 von In Hyuk Suh aus drei Jahrhunderte alten Königshof-Traditionen, buddhistischen Künsten und Volkskunst synthetisiert.
Korea ·Goguryeo-Zeit (37 v. Chr.–668 n. Chr.); dokumentiert ab 4. Jahrhundert
Ssireum — Koreas traditionelles Ringen
Ssireum ist Koreas traditionelles Ringen — seit dem 4. Jahrhundert praktiziert, mit Gürteln an Hüfte und Oberschenkel, im Sand-Ring ausgetragen und tief in der koreanischen Volkskultur verwurzelt.
Korea ·Joseon-Zeit (1392–1897) und früher; Belege ab dem 18. Jh.
Taekkyeon — Koreas älteste lebende Kampfkunst
Taekkyeon ist Koreas älteste lebende Kampfkunst — rhythmisch, tanzartig, von der japanischen Besatzung fast ausgelöscht und 2011 als erstes Kampfsystem UNESCO-Kulturerbe.
Korea ·1955 (offizieller Name)
Taekwondo — Der Weg des Fußes und der Faust
Taekwondo ist die koreanische Kampfkunst des Fußes und der Faust — geprägt durch explosive Beintechniken und seit 2000 fester Teil des Olympischen Programms.
Korea ·1945 (Moo Duk Kwan gegründet); 1950er Namensgebung Tang Soo Do
Tang Soo Do — Koreas klassische Schlagkunst
Tang Soo Do ist Koreas klassische Schlagkampfkunst — von Hwang Kee aus koreanischen, chinesischen und okinawanischen Quellen synthetisiert, Vorläufer des modernen Taekwondo.
Chinesische Kampfkünste
Kung Fu, Tai Chi, Wushu — Tausende Jahre Tradition.
China ·Frühes 19. Jahrhundert
Baguazhang — Die acht Trigramm-Handflächen
Baguazhang ist die kreisförmige interne chinesische Kampfkunst — gegründet von Dong Haichuan, aufgebaut auf acht Trigrammen und dem kontinuierlichen Gehen um einen Kreis.
China ·16.–18. Jahrhundert
Bajiquan — Die acht Extremitäten des explosiven Kampfes
Bajiquan ist eine chinesische Kampfkunst aus Hebei, bekannt für explosive Ellenbogen- und Schultertechniken im Nahkampf — jahrhundertelang der Stil kaiserlicher Leibwächter.
China ·Vor 2000 Jahren (historisch), 5. Jh. n. Chr. (Shaolin)
Kung Fu und Wushu — Die Kampfkünste Chinas
Kung Fu ist der Sammelbegriff für über 400 chinesische Kampfkünste — von Shaolin über Wing Chun bis Tai Chi, geeint durch Qi, daoistische Philosophie und harte Übung.
China ·17. Jahrhundert (Chen-Village, Henan), Blüte 19. Jahrhundert
Taijiquan — Der Große Pol als Kampfprinzip
Taijiquan ist die weiche, fließende interne chinesische Kampfkunst — weltbekannt als Tai Chi, gegründet in Chen Village, tief in Taoismus und traditioneller Medizin verwurzelt.
China ·Späte Ming- / frühe Qing-Dynastie (17. Jahrhundert), Shandong
Tanglangquan — Der Stil der Gottesanbeterin
Tanglangquan ist der nordchinesische Gottesanbeterin-Stil — geboren aus der Beobachtung eines Insekts, aufgebaut auf blitzschnellen Fanghaken-Techniken und Affen-Fußarbeit.
China ·Qing-Dynastie (18. Jh.), Guangdong-Provinz; moderne Verbreitung ab 1949
Wing Chun — Die Kampfkunst der geraden Linie
Wing Chun ist die südchinesische Kampfkunst der direkten Linie — von einer Nonne für eine Frau entwickelt, von Ip Man zur Weltgeltung geführt, von Bruce Lee unsterblich gemacht.
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Grappling
Ringen, Werfen, Halten — Bodenkampfkünste der Welt.
Brasilien ·1925 (erste Gracie-Akademie), Entwicklung bis 1950er
Brazilian Jiu-Jitsu — Die Kunst des Bodenkampfes
Brazilian Jiu-Jitsu ist die Kampfkunst des Bodenkampfes — von Mitsuyo Maeda nach Brasilien gebracht, von der Gracie-Familie perfektioniert, durch Royce Gracie beim ersten UFC unsterblich gemacht.
England (Lancashire) ·Früh-19. Jahrhundert; Kodifizierung ~1870er
Catch Wrestling — Britisches Ringen mit Submissions
Catch Wrestling ist das brutale britische Ringen des 19. Jahrhunderts — mit Submissions, Beinhebeln, Halsgriffen und dem legendären Snake Pit in Wigan als Zentrum der Welt.
Philippinen (Visayas, Mindanao) ·Präkolonial; seit der philippinischen Urzeit praktiziert
Dumog — Philippinisches Bodengrappling
Dumog ist das traditionelle philippinische Grappling — entstanden als Karabao-Bändigungskunst, enge Schwester von Escrima, fokussiert auf Kontrollpunkte und Gleichgewichtsstörung.
Island / Skandinavien ·Wikingerzeit (ca. 9. Jh.); erste schriftliche Erwähnung: 1325 (Jónsbók)
Glima — Wikinger-Ringen aus Island
Glima ist das traditionelle skandinavische Ringen der Wikinger — Islands Nationalsport seit dem 9. Jahrhundert, mit drei Varianten von elegant-technisch bis zu rauem Freikampf.
Frankreich (19. Jh.); antike Inspiration: Griechenland und Rom ·Früh-19. Jahrhundert (Frankreich); Olympia seit 1896
Griechisch-Römisches Ringen — Olympias ältester Kampfsport
Griechisch-Römisches Ringen ist der älteste olympische Kampfsport der Neuzeit — seit 1896 bei jedem Olympia, mit ausschließlichen Oberkörper-Griffen und spektakulären Würfen.
Brasilien ·1927 (Hatem beginnt zu unterrichten); Blüte 1950er–1990er
Luta Livre — Brasiliens vergessenes Grappling
Luta Livre ist Brasiliens No-Gi-Grappling-Kunst — die Kampfsport-Alternative des Volkes zum BJJ der Eliten, Erbe des Catch-Wrestlings, legendäre Rivalität mit der Gracie-Familie.
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Striking
Schlagen, Treten, Stoßen — Schlagkampfkünste im Vergleich.
Myanmar (historisch: Birma) ·Pyu-Reich (2. Jh. v. Chr.–11. Jh. n. Chr.); modern ab 1950er
Lethwei — Birmanisches Boxen mit neun Waffen
Lethwei ist Myanmars antike Kampfkunst — bareknuckle, mit Kopfstoß als neunte Waffe, ohne Punkte-Scoring, und Siege nur durch KO oder Aufgabe.
Thailand (historisch: Siam) ·Sukhothai-Periode (13.–15. Jh.) und früher; modernisiert 1930er unter König Rama VII.
Muay Boran — Das alte thailändische Kampfsystem
Muay Boran ist das alte thailändische Kampfsystem vor dem modernen Muay Thai — mit Kopfstößen, Hanfseil-Bandagen und tödlichen Techniken, die heute verboten sind.
Thailand ·13.–16. Jahrhundert (Ursprünge), 20. Jh. (Moderne Regeln)
Muay Thai — Die Kunst der acht Gliedmaßen
Muay Thai ist Thailands nationale Kampfkunst — die Kunst der acht Gliedmaßen setzt Fäuste, Füße, Ellbogen und Knie als Waffen ein, seit Jahrhunderten erprobt.
China ·1950er (PLA-Experimente); 1979 erste offizielle Wettkämpfe; 2000er Umbenennung zu Sanda
Sanda — Chinas modernes Vollkontakt-Kampfsystem
Sanda ist Chinas offizieller Vollkontakt-Kampfsport — aus traditionellem Kung Fu und moderner Kampfsportmethodik von der Volksbefreiungsarmee entwickelt, heute olympischer Kandidat.
Frankreich ·18. Jahrhundert (Marseille); formalisiert 1825; Synthese 1838
Savate — Französisches Boxen mit den Füßen
Savate ist die einzige europäische Kampfkunst, die Kicks als primäres Mittel nutzt — entstanden in den Hafenvierteln Marseilles, verfeinert zu einem eleganten Duellsystem.
Philippinen (Baras, Provinz Rizal) ·Präkolonial; formalisiert 1958 (World Sikaran Brotherhood)
Sikaran — Philippinischer Fusskampf aus Baras
Sikaran ist die philippinische Kunst des Fusskampfes — seit Jahrhunderten in der Gemeinde Baras, Rizal praktiziert, mit 90% Beintechniken und dem legendären Biakid-Kick als Markenzeichen.
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Waffen
Schwert, Stab, Messer — Waffensysteme und ihre Philosophie.
Japan ·Feudales Japan; Systematisierung: frühes Edo-Zeitalter (~1605)
Bōjutsu — Die japanische Kunst des Stabkampfes
Bōjutsu ist die japanische Kunst des Stabkampfes — von der einfachsten Waffe der Menschheit zu einem ausgefeilten System, das Miyamoto Musashi in die Knie zwang.
Frankreich ·Frühes 19. Jahrhundert (Paris); Wettkampfform: 1970er (Maurice Sarry)
Canne de Combat — Französisches Stockkampf
Canne de Combat ist der französische Stockkampf — aus dem 19. Jahrhundert als Selbstverteidigung der Pariser Elite entwickelt, eng mit Savate verwandt, heute offizieller Wettkampfsport.
Philippinen ·Vor dem 14. Jahrhundert; erste Dokumentation: 1521 (Magellan-Expedition)
Escrima / Arnis / Kali — Die philippinische Waffenkunst
Escrima ist die philippinische Kampfkunst des Stocks, der Klinge und der leeren Hand — die erste Kampfkunst, die einem europäischen Eroberer (Magellan) zum Verhängnis wurde.
Indien (Punjab) ·15. Jahrhundert (Gründung des Sikhismus); Blüte: 17.–18. Jh. (Sikh-Kriege)
Gatka — Die Waffentradition der Sikhs
Gatka ist die traditionelle Kampfkunst der Sikhs — mit Holzstöcken, Schwertern und Schilden, tief in der Sikh-Philosophie von Miri-Piri verwurzelt und in jedem Sikh-Fest lebendig.
Japan ·Mittlere Muromachi-Zeit (16. Jahrhundert)
Iaijutsu — Die Kunst des Schwertziehens
Iaijutsu ist die japanische Kunst des Schwertziehens — der entscheidende erste Schnitt aus der Scheide, systematisiert von Hayashizaki Jinsuke im 16. Jahrhundert.
Thailand (historisch: Siam) ·Ayutthaya-Periode (1351–1767); erste Lehrschule 1935
Krabi-Krabong — Thailands Waffenkampfkunst
Krabi-Krabong ist Thailands traditionelle Waffenkampfkunst — Schwert und Stab als Kern, in der Ayutthaya-Zeit gegen burmesische Invasoren entwickelt, heute lebendes Kulturerbe.
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Philosophie
Bushido, Zen, Do — die geistigen Grundlagen der Kampfkünste.
Japan ·Meiji-Zeit (1868–1912)
Budo — Der Weg als Ziel
Budo ist die Philosophie des japanischen Kampfweges — die Transformation von Bujutsu, der Kriegstechnik, zu einem Weg der Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung.
Japan ·Edo-Zeit (17.–19. Jh.) · kodifiziert 1900
Bushido — Der Weg des Kriegers
Bushido ist der Ehrenkodex der Samurai — ein Wertekanon aus Mut, Loyalität und Ehre, der japanische Kultur, Kampfkünste und Ästhetik bis heute prägt.
Fudoshin — Der unerschütterliche Geist
Fudoshin ist der unerschütterliche Geist — die innere Stabilität, die weder durch Gefahr noch durch Lob, weder durch Schmerz noch durch Erfolg aus dem Gleichgewicht gebracht wird.
Japan / China / Indien ·Antike (vor 2000 Jahren dokumentiert)
Ki, Chi und Prana — Die Lebensenergie der Kampfkünste
Ki, Chi und Prana bezeichnen dasselbe Phänomen in drei Kulturen — jene Lebensenergie, die alle ostasiatischen Kampfkünste als unsichtbares Fundament betrachten.
Japan (via China / Chan-Buddhismus) ·13.–17. Jahrhundert
Mushin — Der leere Geist
Mushin, Zanshin, Fudoshin — die vier Geisteszustände des japanischen Kriegers beschreiben die innere Haltung, die wahre Meisterschaft ausmacht: Leerheit als Stärke.
Shugyo — Der Weg der asketischen Übung
Shugyo ist das japanische Konzept der asketischen Übung — Training, das weit über Sport hinausgeht und den Geist durch physische Härte schmiedet, wie Erz zu Stahl raffiniert wird.
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Meister
Porträts der Gründer und Großmeister — Lebenswerke in Bewegung.
Indien / China ·ca. 5.–6. Jahrhundert
Bodhidharma — Die Legende am Ursprung aller Kampfkünste
Bodhidharma (5./6. Jh.) brachte Chan-Buddhismus nach China — ob er auch die Shaolin-Kampfkünste lehrte, ist Legende. Doch sein kulturelles Erbe ist real und immens.
USA / Hongkong ·1940–1973
Bruce Lee — Der Mann, der Kampfkünste neu erfand
Bruce Lee (1940–1973) brach alle Grenzen zwischen Kampfkünsten auf — sein Jeet Kune Do und seine Philosophie inspirierten MMA und eine Generation von Kämpfern.
Brasilien ·1902–1994
Carlos Gracie — Der Patriarch des Brazilian Jiu-Jitsu
Carlos Gracie (1902–1994) lernte Judo von Mitsuyo Maeda, gründete die erste Gracie-Akademie und schuf mit seiner Familie das meistpraktizierte Bodenkampfsystem der Welt.
Korea ·1918–2002
Choi Hong Hi — Der Gründer des Taekwondo
General Choi Hong Hi (1918–2002) schuf Taekwondo als koreanische Nationalkunst — ein Leben zwischen Militär, Politik und dem Traum eines globalen Kampfsystems.
Japan / Okinawa ·1888–1953
Chojun Miyagi — Gründer des Goju-ryu Karate
Chojun Miyagi (1888–1953) verschmolz okinawaische Härte mit chinesischer Weichheit zu Goju-ryu — der Karate-Schule, die Mr. Miyagi aus 'Karate Kid' inspirierte.
Japan / Okinawa ·1868–1957
Gichin Funakoshi — Vater des modernen Karate
Gichin Funakoshi (1868–1957) brachte Karate von Okinawa nach Japan und formte es zur philosophischen Disziplin — sein Erbe ist Shotokan.
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Querschnitt
Verbindungen, Vergleiche und übergreifende Themen.
Myanmar (historisch: Birma) ·Pagan-Reich (1044–1287); Blüte: Burmesisch-Siamesische Kriege (16.–18. Jh.)
Bando — Myanmars Tierstil-Kampfkunst
Bando ist Myanmars traditionelles unbewaffnetes Kampfsystem — mit neun Tierstilen, starker Defensivphilosophie und einer Geschichte, die bis ins Pagan-Reich des 11. Jahrhunderts reicht.
Kambodscha ·Khmer-Reich (9.–15. Jh.); bas-reliefs in Angkor belegen Praxis seit mindestens 900 n. Chr.
Bokator — Kambodschas jahrtausendealte Kriegerkunst
Bokator ist Kambodschas älteste Kriegerkampfkunst — 1000 Jahre in Angkor-Tempel-Bas-Reliefs dokumentiert, fast durch den Roten Khmer ausgelöscht, 2022 UNESCO-Weltkulturerbe.
Brasilien ·16.–18. Jahrhundert (Sklavenzeit); Formalisierung 1930er
Capoeira — Der tanzende Kampf der Sklaven
Capoeira ist Brasiliens afrobrasilianische Kampfkunst — als Tanz getarnt von Sklaven entwickelt, von der Polizei verfolgt, heute UNESCO-Kulturerbe und Symbol kultureller Widerstandskraft.
USA (Hong Kong als Ursprung) ·1967 (Namensgebung); entwickelt 1964–1973
Jeet Kune Do — Bruce Lees Kampfkunst ohne Grenzen
Jeet Kune Do ist Bruce Lees Kampfkunst — nicht als starres System, sondern als Philosophie: 'kein Weg als Weg, keine Grenzen als Grenze', der konsequenteste Aufruf zur Authentizität im Kampf.
Indien (Tamil Nadu als Ursprungszentrum) ·Vedisch (~5000 v. Chr.); erste Regeln 1921; nationale Anerkennung 1938
Kabaddi — Indiens uraltes Kontakt-Teamsport
Kabaddi ist Indiens uralter Kontakt-Teamsport — ein Angreifer muss bei einem Atemzug mehrere Verteidiger taggen und entkommen, während er ununterbrochen 'Kabaddi' ruft.
Indien (Kerala, Südindien) ·Über 3000 Jahre alt (mythologisch); historisch ab 11.–12. Jh. n. Chr. dokumentiert
Kalaripayattu — Die Mutter aller Kampfkünste
Kalaripayattu gilt als die älteste Kampfkunst der Welt — aus Kerala, über 3000 Jahre alt, mit dem flexiblen Urumi-Schwert als Höhepunkt und tiefer Verbindung zu Ayurveda und hinduistischer Philosophie.
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